Endlich mal wieder gebloggt

Lange war es hier ruhig.

Oft habe ich gehadert und wollte nicht mehr. Das Leben war anstrengend. Jeder Atemzug, jeder Arztbesuch, jede Therapiesitzung eine einzige Qual. Auf jeden Fortschritt kamen 3 Rückschritte. Ich fühlte mich oft nicht verstanden, ausgelaugt, erledigt.

Finanzielle Sorgen und Zukunftsängste kamen zu den Problemen der Vergangenheit. Der Berg Probleme wurde nicht kleiner, sondern eher größer. Ängste vor Menschenansammlungen wurden schier unüberwindbar. Angst wurde mein ständiger Begleiter. Angst davor meine Aggressionen nicht mehr kontrollieren zu können. Eine ständige Angespanntheit, Genervtheit, Wut, die unterirdisch brodelte und nur darauf wartete zu explodieren. Erneuter Rückzug war die Folge.

Selbstverletzendes Verhalten nahm zu.

Die Auslöser waren eindeutig. Die drohende Entlassung durch meinen Arbeitgeber, einige unschöne Erlebnisse in meiner näheren Umgebung, meine Klage vor dem Sozialgericht und einer damit verbundenen Begutachtung, zusätzlich zu den Schikanen, die sich der Gesetzgeber für Hartz IV Antragsteller ausgedacht hat.

Die letzten Monate waren daher schrecklich.

Inzwischen hat es sich aufgedröselt, das Gutachten fürs Sozialgericht ist da, die Rente ist durch, der Grad der Behinderung ebenfalls, der Arbeitsvertrag läuft zum 14.06.2018 aus.

Was ich noch sagen wollte

Keine Träne weine ich euch hinterher. Nicht dir, dir nicht und erst recht nicht dir!

Mein Leben wurde von dem 03. September 1990, wo Es begann einfach nur scheiße. Ihr habt gemobbt, gerüffelt, unterdrückt.  Ihr habt mir mein Leben nicht leicht gemacht. Oft habe ich mit alledem gehadert. Habe versucht mich einzufügen, habe mich sogar auf euer Niveau begeben. Besser ist es mir dabei nie wirklich gegangen. In all den Jahren habe ich Wenige von euch geschätzt, Viele verabscheut, 1 oder 2 gemocht. Vertrauen wurde mit Füßen getreten.

Jahrelang habe ich mich über Unlogik und Schikanen geärgert, fühlte mich durch Routine unterfordert durch fehlende Logik überfordert.

Kurz um, ihr habt mich krank gemacht.

Meine Trauer hält sich in Grenzen. Auf nimmer wiedersehen. Die Kündigung nehme ich mit Kusshand!

25 Jahre meines Lebens habe ich mit euch verbracht, seit 3 Jahren bin ich krank. Nach fast 28 Jahren trennen sich nun unsere Wege endgültig.

Sicher könnte ich noch mehr sagen, das erspare ich uns aber. Ich halte es daher mit dem unvergesslichen Douglas Adams

„Macht’s gut, und danke für den vielen Fisch!“

 

Neuer Lebensabschnitt

Ein neuer Lebensabschnitt hat für mich begonnen, nun kann ich mich damit befassen in aller Ruhe gesund zu werden.

In der Therapie mache ich Fortschritte, auf einen guten Tag folgt oft noch ein guter, wenn auch nicht immer und ich habe manchmal schon so etwas wie ein Glücksgefühl.

Das schöne Wetter nutze ich für den Garten und zum gassi gehen. Einmal in der Woche bin ich zur Therapie und Arzttermine nehme ich ebenfalls regelmäßig wahr.

Daneben bleibt Zeit für alte und neue Hobbies und Interessen. Die Fortschritte sind klein, lassen sich aber inzwischen durchaus messen.

Achterbahn

Plötzlich sitzt dein Innenleben mit eingekniffenem Schwanz und hängenden Ohren winselnd unter der Treppe…

So geht es mir gerade.

Die Suizidgedanken sind wieder da. Meine Gedanken kreisen seit zwei Wochen um die Frage: Warum immer ICH?

Im Moment fühle ich mich so scheiße, dass ich gern einschlafen würde und nicht mehr aufwachen möchte.

Auslöser war eine Situation. (Passwort auf Anfrage)

Selten war ich so wütend wie im Moment.

Wir hatten uns so gefreut, dass sich meine Depressionen doch etwas stabilisiert hatten. Meinen Alltag hatte ich vielleicht noch nicht vollständig, aber zumindest halbwegs im Griff.

Und dann PENG! Haut dir wieder einer die Beine weg.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass DIE alle erst glücklich sind, wenn man sich tatsächlich das Leben genommen hat. Zum Glück war es mir das bisher nicht wert.

Vielleicht fang ich zur Bewältigung einfach mal an mit Hundescheiße zu schmeißen…

 

Mein Lebensretter

Am 05.12.2015 bin ich im wahrsten Sinn auf den Hund gekommen.

Naja, eigentlich auf den Mops.

Dieses kleine Knautschgesicht hat mich in den schlimmsten Stunden der letzten Monate davon abgehalten mir das Leben zu nehmen.

Auch wenn die Erziehung nicht leicht war, bereue ich keine Minute. Das Tier hat mir meinen Lebenswillen und meinen Lebensmut wieder gegeben.

Schon die Tatsache, dass man unweigerlich mit anderen Menschen ins Gespräch kommt, wirkt einer Depression entgegen. Egal wie schlecht es mir auch ging, der Mops musste vor die Tür. Zunächst alle 2 Stunden, dann in immer längeren Zeitabständen. Inzwischen hält er bereits 8 Stunden aus.

Er weckt mich, wenn ich Alpträume habe. Er bringt mich zum lachen, wenn mir zum heulen ist. Er ist überall mit von der Partie.

Schorsch ist das Beste was mir je passiert ist.

Endlich auf dem Weg der Besserung

Juhuu! Endlich habe ich wieder das Gefühl, dass es mir besser geht. Die neuen Tabletten helfen. Die Suizidgedanken sind weg, die Alpträume haben nachgelassen, nur mit dem ein- und durchschlafen hab ich es im Moment nicht so.

Und weil ich eh nicht schlafen kann, nähe ich was das Zeug hält. In den letzten Tagen sind ein Kirschkernkissen, ein Sonnenhut und ein Langarmshirt (nicht wirklich tragbar) entstanden. Ein Hundebett für Mops Schorsch ist ebenfalls fertig geworden, aber noch verbesserungswürdig. Er findets aber schon toll.

Mops im Böötchen
Das Böötchen ist nach dem Schnittmuster „Böötchen reloaded“ von http://www.mikamako-shop.de entstanden und bestimmt nicht mein letztes.

Für zusätzliche Projekte habe ich auch noch jede Menge Stoff und Schnittmuster. Mal schauen, was als nächstes dran kommt.

Mit großem Interesse verfolge ich die Reise meiner Arbeitskollegin, die sich einfach mal ein Jahr freigenommen hat um mit Mann und Wohnanhänger die Biege zu machen. Falls Ihr auch Interesse habt, findet Ihr sie im Zweizeitblog.

 

 

 

 

Auf Entzug

Seit 2010 nehme ich durchgehend Antidepressiva. Im Laufe der Zeit verschlechterte sich meine Erkrankung derart, dass ich immer höhre Dosen bzw. immer andere Antidepressiva benötigte.

Zuletzt nahm ich Venlafaxin in einer täglichen Dosis von 225 mg.

Inzwischen habe ich ein anderes Präparat verschrieben bekommen und mache seit Donnerstag nun einen „kalten“ Entzug. Eigentlich sollten Antidepressiva ausgeschlichen werden. Das heißt, dass die Dosis schrittweise verringert wird, bis man irgendwann bei 0 angekommen ist.

Ich habe die Anweisung bekommen, dass ich das Venlafaxin einfach weg lassen soll und statt dessen das neue Medikament nehmen soll.

Bisher hat das auch bei jedem Medikamentenwechsel so hingehauen, ohne irgendwelche Probleme.

Diesmal leider nicht.

Ich reagiere mit:

  • Schwindel
  • Sehstörungen
  • Übelkeit
  • Schwitzen
  • Frieren
  • Erbrechen
  • Bauchkrämpfe
  • Durchfall
  • Konzentrationsstörungen
  • Müdigkeit
  • Alpträumen
  • Selbstmordgedanken
  • Unruhe
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen

Ich hoffe ich bin da bald durch…

Update 1: Nach 6 Tagen Entzug habe ich „nur“ noch Schwindel, Kopfschmerzen, Bauchkrämpfe und Durchfall.

Update 2: Nach 11 Tagen hab ich es endlich hinter mir!

Ich kann jedem nur raten von diesem Medikament die Finger zu lassen.