Frag doch einfach…

Wussten am Anfang nur engste Familienmitglieder und Freunde von meiner Erkrankung, wissen es inzwischen alle Menschen, die mir wichtig sind.

Natürlich gehe ich nicht mit meinen Befindlichkeiten hausieren, jedoch soll sich der ein oder andere schon mal gefragt haben, warum ich nicht arbeiten gehe, woher ich die Zeit für einen Hund nehme, warum ich so merkwürdige Sachen twittere, mich zurück ziehe usw.

Mit dem Wissen um meine Erkrankung hört es jedoch noch nicht auf. Die Reaktionen sind teils erschreckend (vor allem für mich), teils rührend, gleichgültig, nervend, geschockt.

Es gibt die Menschen, die die Erkrankung akzeptieren, die unterstützend zur Seite stehen, die jeden Erfolg, jeden Meilenstein feiern und bei jedem Rückschritt anfeuernd zur Seite stehen.

Es gibt die, die total erschüttert sind, die es beängstigend finden von Selbstmordgedanken zu hören oder zu lesen. Die Hilfe bei der Bewältigung der Erkrankung eines Freundes brauchen.

Natürlich gibts auch die, die die Erkrankung einfach vom Tisch wischen. Die jemandem mit Angst vor zu vielen Menschen vorschlagen doch mal wieder mit der U-Bahn zu fahren.

Es gibt die, die dich von oben herab ansehen. Denen „du faule Kuh“ praktisch auf die Stirn geschrieben steht.

Bei anderen bist du der Hamster im Labyrinth. Wie fühlt sich das an, wenn du total freudlos bist?

Allen kann ich aber nur eines ans Herz legen:

Frag mich, wenn du etwas wissen willst.

Es hilft mir über meine Erkrankung zu reden. Es hilft mir wieder ein Gefühl für mein Gefühl zu bekommen.

Ich verspreche, ich werde ehrlich sein. Ich verspreche aber nicht den Holzhammer zu Hause zu lassen.

Ein Gedanke zu „Frag doch einfach…“

  1. Toll geschrieben!!! Es ist tatsächlich für Außenstehende nicht ganz einfach damit umzugehen, aber ich finds gut, dass Du mittlerweile offen darüber redest! Ich bin auch immer für „Ansprechen“ und „Klarheit“! Und ich freue mich, dass wir uns kennengelernt haben und uns immer noch begleiten!

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