Ostwind

Es ist 4 Uhr früh. Der Wecker meldet sich das erste mal und läutet das Ende der Nacht ein.

Ich stecke die Nase unter der Bettdecke hervor. Es ist kühl im Schlafzimmer. Ich kuschel mich nochmal ins Kissen.

Schnell bin ich wieder im Halbschlaf und döse vor mich hin.

Eine Katze pirscht sich an und kuschelt sich an mich, schnurrt mir etwas vor.

So richtig schlafen tu ich ja nicht mehr. Ich lausche auf die Geräusche um mich rum.

Rechts neben mir schnurrt eine Katze, links von mir schnarcht es noch im Katzentraum.

Vor dem Fenster pfeift der Ostwind ums Haus, es rappelt an den Rollläden.

Der Wind frischt auf, das Rappeln wird lauter. Ich stehe auf, es ist mir zu laut. Ich schalte die Heizung an und beschließe die Heizzeiten zu ändern.

Morgen wird sich die Heizung bereits eine halbe Stunde früher einschalten.

Der Winter hat uns mal wieder fest im Griff (jaja, ich weiß, dass Winteranfang erst am 21.12. ist, aber schaut mal raus, für mich is das Winter!). Laut den Meteorologen erwarten wir den kältesten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Ich warte schon auf die Mitteilung der Berliner S-Bahn, dass wieder diverse Weichen eingefroren sind und die Züge nicht oder nur mit Verspätung fahren.

Die ersten Schneereste sind inzwischen glatt gelaufen und es ist weder gestreut, noch geräumt. In den nächsten Tagen erwarten wir mehr Schnee. Nach der Rutschpartie des letzten Winters wurden die Schneeräumbestimmungen verschärft. Ob es helfen wird? Ich wage es zu bezweifeln. Ich lass mich aber gern eines besseren belehren.

Ein Blick auf die Uhr, ich muss los. Also anpummeln, schließlich sind die S-Bahnhöfe nicht geheizt. Pullover, Fleecejacke, Anorak, Schal, Mütze, Handschuhe… Das winterliche angepummle ist mir schon jetzt lästig. Daür freu ich mich aber, dass ich nicht zitternd auf dem Bahnhof stehe wie manch Anderer, der nicht den Temperaturen entsprechend angezogen ist.

Auch in diesem Winter sieht man wieder Mädels in Hüfthosen mit zu kurzen Pullies und Jäckchen, die bei minus 10 Grad die Nierchen offen tragen.

Brrr… da spiel ich doch lieber Michellin-Männchen und stehe schön warm verpackt am Bahnhof.