Es gibt auch nette Erlebnisse in der S-Bahn

S-Bahn fahren in Berlin ist immer wieder ein Erlebnis. Nein, es geht heute mal nicht darum, dass es die S-Bahn seit 2 Jahren immer noch nicht geschafft hat die volle Wagen-Flotte auf die Schienen zu bringen.

Nein, heute geht es um das Erlebnis, dass ich heute früh hatte.

Da stand ich heute früh noch ziemlich verpennt auf dem S-Bahnhof. Neben mir eine Frau mit einer irren Knoblauchfahne.

Die Bahn fährt ein, 3 Menschen steigen aus, gefühlte 300 steigen wieder ein. Die Knoblauchfrau steht direkt neben mir, atmet mir voll ins Gesicht. Ich kämpfe mit Übelkeit. Soll ich sie freundlich ansprechen? Sie vielleicht bitten mal in die andere Richtung zu atmen?

Noch als ich her und hin überlegte, ob ich sie tatsächlich ansprechen soll oder ob ich es schaffe die Luft für 5 Stationen anzuhalten, knisterte es in den Lautsprechern über uns.

Es erfolgte folgende Durchsage:

Guten Morgen liebe Fahrgäste! Hier spricht Ihr Fahrer. Wir haben im Moment eine Außentemperatur von 5°C. Heute erwarten wir eine Höchsttemperatur von 9°C, den Regenschirm werden sie heute nicht brauchen, denn es soll trocken bleiben.

Sollten Sie gerade unterwegs zu einem Gespräch mit IhremChef sein, dann fragen sie ihn freundlich nach mehr Geld, es wird ja schließlich alles immer teurer.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag mit viel guter Laune!“

Wieder ein Knistern im Lautsprecher, die Ansage ist zu Ende.

Wir sehen uns alle etwas ratlos an. Einige schütteln den Kopf, andere fragen, ob der Fahrer nichts besseres zu tun hätte, einige grinsen, eine ältere Dame meint: „Na, der ist aber mal nett!“

Ja, da kann ich nur zustimmen. Nach diesem Erlebnis war sogar die Knoblauchtante vergessen.