Der freundliche Nachbar

Als ich begann mich für meine neue Whnung zu interessieren, nahm ich als erstes Kontakt mit dem hiesigen Hausmeister auf. Dieser berichtete mir, dass der zukünftige Nachbar nicht nur wahnsinnig nett wäre, sondern dass dieser auch schon mal ein Paket oder Päckchen annehmen würde.

Ich stellte mich also irgendwann bei besagtem Nachbar vor. Bei unserem ersten Kontakt muss er wohl gedacht haben ich will ihm eine Heizdecke oder Ähnliches verkaufen. Entsprechend kühl fiel diese Begegnung aus.

Bei der zweiten Begegnung einige Wochen später sah das nicht viel rosiger aus. Ich kündigte ihm an, dass es demnächst mal ein wenig lauter werden könne, denn ich würde nun endlich einziehen. Das wäre ihm egal. Ok, dachte ich, der braucht bestimmt etwas länger um aufzutauen. Ich fragte ihn noch freundlich, ob er denn bereit wäre mal ein Paket oder Päckchen abzunehmen. Antwort: Möbel nehme er nicht an! Tür zu Affe tot… (Danke fürs Gespäch!)

Innerhalb der ersten 2 Wochen trudelten bei mir dann alle möglichen Pakete mit Möbeln ein. Kein Problem, hatte ja Urlaub und konnte sie alle selber abnehmen. Es fehlten nur noch Kleinigkeiten. Der Katzenkratzbaum kam per DHL. Dummerweise war ich an diesem Tag nicht zu Hause. Der Paketbote klingelte also beim Nachbarn. Nachbar fragte was drin sein in dem Paket. (außen auf dem Paket stand: Kratzbaum) Nachbar sagte dem DHL-Boten Möbel nehme er nicht an, Tür zu, Bote und Paket standen im Treppenhaus.

An dieser Stelle sollte ich mal ein riesen Lob für unseren zuständigen Paketboten abgeben, der freundlicherweise das Paket bei meiner Ma abgab, die nur eine Querstraße weiter wohnt. Ich weiß, dass er das nicht tun muss. Also nochmals vielen Dank!

Nun war alles an großen Paketen da. Einige Kleinigkeiten waren noch unterwegs. Die neue NTBA, sowie eine Pinnwand fehlten noch.

Letzte Woche musste ich dann wieder zur Arbeit. Gleich am Montag fand ich eine Karte vom netten DHL-Boten im Briefkasten. Päckchen beim Nachbarn. Also klingeln, freundlich guten Tag sagen Päcken in Empfang nehmen. Nett danke sagen. Inhalt: die neue NTBA. Auf dem Päckchen 3 Briefmarken á 55 Cent. Der Nachbar druckst etwas rum, ob ich ihm einen Gefallen tun könne: Er hätte gern die Briefmarken. Ich dachte also, dies ist meine Stunde. Natürlich könne er die Briefmarken haben. Da würde übrigens noch eine Lieferung kommen. Mit einer Pinnwand, ganz leicht, nur bisschen größer. Nein, er hätte mir bereits erklärt, dass er keine Möbel annehme. Na was für ein Glück, dass eine NTBA kein Möbelstück ist.

Inzwischen kam auch die Pinnwand an. Zufällig war ich bereits zu Hause als der GLS-Bote klingelte. Geht also auch ohne Nachbarn.

Ich habe jedoch draus gelernt und werde meine Pakete und Päckchen in Zukunft wieder an die Packstation liefern lassen.

Der Nachbar wartet übrigens noch immer auf seine Briefmarken. Soll er mal weiter warten…

Ein Gedanke zu „Der freundliche Nachbar“

  1. Tja, liebe Clabie, so ist das also mit den lieben Nachbarn. 😉
    Bei uns gibt es eine Nachbarin, eine alte Dame, die wirklich schon nicht mehr so gut zu Fuß ist, aber bisher hat sie noch jedes Päckchen angenommen, wenn der Bote bei ihr geklingelt hat.
    Manchmal gibt es allerdings auch Schwierigkeiten entweder an sein Päckchen heran zu kommen, oder den netten Nachbarn ihr Päckchen zukommen zu lassen. Denn man klingelt und klopft immer aneinander vorbei.
    So kann es gehen.
    Aber die Briefmarken hätte ich auch behalten 😉
    vlg

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