Sonntag morgens ist die Welt noch in Ordnung

Es ist Sonntag Morgen, ich liege im Bett und frage mich was mich wohl geweckt haben könnte. Ich schaue auf die Anzeige von meinem Uhrenradio: 4:53 Uhr.

Bisschen früh für Sonntag.

Durch die Jalousie fällt das erste fahle Tageslicht. Ich drehe mich um, versuche weiter zu schlafen. Ich komm nicht drauf was mich geweckt hat.

Neben mir fängt es an zu schnurren. Das war es nicht.

Ich schließe die Augen – weiter schlafen.

Nein, das funktioniert so nicht, also Augen wieder auf.

Der müde Verstand wehrt sich gegen das frühe denken.

Dann realisiere ich, welches Geräusch mich geweckt hat. Ich liege grinsend im Bett und erfreue mich am zwitschern der Vögel.

In meiner alten Wohnung wurde ich nie so geweckt. Klar, es kam im Sommer schon mal vor, dass sich ein vorwitziger Spatz auf meinen Balkon in 4. Stock verirrte, der mich mit seinem tschilpen jedoch mehr nervte als erfreute. Sonst hörte ich dort nur den vorbeirollenden Autoverkehr, die Straßenbahnen, Flugzeuge und Bahnen.

So gefällt mir das schon sehr viel besser, auch wenn das bedeutet am Sonntag um 5 schon wach zu sein. Ich geh‘ erstmal Schrippen holen und frühstücke. Danach kann ich mich ja vielleicht noch ein wenig aufs Ohr hauen.