Wo wart Ihr vor 30 Jahren?

Vor 30 Jahren war ich 16 Jahre alt und Schülerin der 10. Klasse einer Realschule in Berlin-Wedding. Mein Leben drehte sich um die Schule, Freunde, angesagte LA-Gear Turnschuhe und Trommelwirbel, ich oute mich jetzt als Fan von David Hasselhoff. Hach was war ich verknallt.

Was mich gar nicht interessierte war Politik. Natürlich hab ich am Rande mitbekommen, was in der DDR los war, aber ich habe mir darüber keine Gedanken gemacht.

Hier könnt ihr nochmal meinen Artikel zum 20-jährigen Mauerfalljubiläum nachlesen.

Ziele für 2019

Das Neue Jahr ist nun bereits einige Tage alt, Zeit sich mal Gedanken um die Ziele fürs Jahr zu machen.

Ich würde meine Ziele nicht als gute Vorsätze betrachten, eher als lockere Vorgaben. So nehme ich mir nicht vor im Monat 20 Kilo zu verlieren. Das ist zum Einen unrealistisch und zum Anderen würde ich mich nur unter Druck setzen und das zieht mich nur wieder runter.

Also Ziele für 2019

  1. Ich möchte weiterhin offen mit meiner Erkrankung umgehen, denn sie gehört nun einmal zu mir.
  2. Im letzten Jahr habe ich in der Bewältigung der PTBS große Fortschritte gemacht, ich hoffe dass sich dies in diesem Jahr – auch ohne Psychotherapie – fortsetzt.
  3. Mutig sein ist ein weiteres Ziel. In den letzten 3 Jahren hat sich eine Angststörung entwickelt. Auslöser waren einige unschöne Situationen, die mir das Leben nicht gerade leichter gemacht haben. Zum mutig sein gehört neben Müll rausbringen (was ich schon wieder ziemlich gut kann) auch das Treffen mit Freunden, Essen gehen und vor allem Einkaufen gehen. Sich die Lebensmittel liefern zu lassen ist zudem ziemlich teuer.
  4. Ich möchte dieses Jahr unbedingt zum Podcaster BBQ und das möglichst mit dem eigenen Auto. Hier gibt es allerdings noch Plan B und C.
  5. Die Veröffentlichung der ein oder anderen weiteren Geschichte wäre auch toll.
  6. Zum Schluss möchte ich weiterhin mein Leben zurück erobern und auf die Suche nach meinem Putzfimmel gehen, der muss hier doch irgendwo rumliegen…

Nach meinem Befinden sind alle diese Ziele realistisch und nicht zu hoch gesteckt. Es wäre sehr schön, wenn ich alle 6 Punkte abhaken könnte, wenn es aber nur 3, 4 oder 5 sein sollten, ist es auch in Ordnung.

Jahresrückblick 2018

Dieses Jahr gab es nur einen einzigen Blogbeitrag. Zu viel mehr hatte ich keine Lust. Es gibt einige Entwürfe, die es aber nie zur Veröffentlichung gebracht haben.

Es ist noch alles sehr unwirklich. Noch immer kann ich es nicht fassen, dass die Rente durch ist und ich nie wieder zu meinem Arbeitsplatz zurück muss.

  • Mein Gesundheitszustand bessert sich weiter.
  • Schlechte Tage sind inzwischen fast die Ausnahme.
  • Die Therapie ist nach 71 Terminen leider vorzeitig beendet worden, weil die Therapeutin krank ist.
  • Das Leben normalisiert sich, obwohl es sich noch immer wie Urlaub anfühlt.
  • Meine Ängste nehmen ab
  • Ich habe meine erste Kurzgeschichte veröffentlicht.

Auch in diesem Jahr hatte ich viel Unterstützung. Danke für Alles.

Ich bin gespannt, was das nächste Jahr bringt. Eines weiß ich aber auf jeden Fall, es wird bestimmt noch besser.

Endlich mal wieder gebloggt

Lange war es hier ruhig.

Oft habe ich gehadert und wollte nicht mehr. Das Leben war anstrengend. Jeder Atemzug, jeder Arztbesuch, jede Therapiesitzung eine einzige Qual. Auf jeden Fortschritt kamen 3 Rückschritte. Ich fühlte mich oft nicht verstanden, ausgelaugt, erledigt.

Finanzielle Sorgen und Zukunftsängste kamen zu den Problemen der Vergangenheit. Der Berg Probleme wurde nicht kleiner, sondern eher größer. Ängste vor Menschenansammlungen wurden schier unüberwindbar. Angst wurde mein ständiger Begleiter. Angst davor meine Aggressionen nicht mehr kontrollieren zu können. Eine ständige Angespanntheit, Genervtheit, Wut, die unterirdisch brodelte und nur darauf wartete zu explodieren. Erneuter Rückzug war die Folge.

Selbstverletzendes Verhalten nahm zu.

Die Auslöser waren eindeutig. Die drohende Entlassung durch meinen Arbeitgeber, einige unschöne Erlebnisse in meiner näheren Umgebung, meine Klage vor dem Sozialgericht und einer damit verbundenen Begutachtung, zusätzlich zu den Schikanen, die sich der Gesetzgeber für Hartz IV Antragsteller ausgedacht hat.

Die letzten Monate waren daher schrecklich.

Inzwischen hat es sich aufgedröselt, das Gutachten fürs Sozialgericht ist da, die Rente ist durch, der Grad der Behinderung ebenfalls, der Arbeitsvertrag läuft zum 14.06.2018 aus.

Was ich noch sagen wollte

Keine Träne weine ich euch hinterher. Nicht dir, dir nicht und erst recht nicht dir!

Mein Leben wurde von dem 03. September 1990, wo Es begann einfach nur scheiße. Ihr habt gemobbt, gerüffelt, unterdrückt.  Ihr habt mir mein Leben nicht leicht gemacht. Oft habe ich mit alledem gehadert. Habe versucht mich einzufügen, habe mich sogar auf euer Niveau begeben. Besser ist es mir dabei nie wirklich gegangen. In all den Jahren habe ich Wenige von euch geschätzt, Viele verabscheut, 1 oder 2 gemocht. Vertrauen wurde mit Füßen getreten.

Jahrelang habe ich mich über Unlogik und Schikanen geärgert, fühlte mich durch Routine unterfordert durch fehlende Logik überfordert.

Kurz um, ihr habt mich krank gemacht.

Meine Trauer hält sich in Grenzen. Auf nimmer wiedersehen. Die Kündigung nehme ich mit Kusshand!

25 Jahre meines Lebens habe ich mit euch verbracht, seit 3 Jahren bin ich krank. Nach fast 28 Jahren trennen sich nun unsere Wege endgültig.

Sicher könnte ich noch mehr sagen, das erspare ich uns aber. Ich halte es daher mit dem unvergesslichen Douglas Adams

„Macht’s gut, und danke für den vielen Fisch!“

 

Neuer Lebensabschnitt

Ein neuer Lebensabschnitt hat für mich begonnen, nun kann ich mich damit befassen in aller Ruhe gesund zu werden.

In der Therapie mache ich Fortschritte, auf einen guten Tag folgt oft noch ein guter, wenn auch nicht immer und ich habe manchmal schon so etwas wie ein Glücksgefühl.

Das schöne Wetter nutze ich für den Garten und zum gassi gehen. Einmal in der Woche bin ich zur Therapie und Arzttermine nehme ich ebenfalls regelmäßig wahr.

Daneben bleibt Zeit für alte und neue Hobbies und Interessen. Die Fortschritte sind klein, lassen sich aber inzwischen durchaus messen.

Jahresrückblick 2017

Wieder geht ein Jahr zu Ende und auch dieses Jahr bleibt euch mein ganz persönlicher Jahresrückblick nicht erspart.
 Die letzten 365 Tage habe ich mit großen Selbstzweifeln, viel Angst, noch mehr Tränen und großer Verzweiflung verbracht.
Ich hatte:
  •   40 Therapiesitzungen
  • 12 Arztgespräche
  • 3650 Tabletten
  • 1095 Gassigänge
  • zu viele schlechte Tage
  • zu wenige gute Tage
  • meine erste reine Lesebrille
  • diverse Wechseljahrsbeschwerden
  • den Hexenschuss meines Lebens
  • ein supertollen Geburtstag (trotz Regen)

Dass ich noch lebe verdanke ich in erster Linie Familie und Freunden, die mich nach Kräften unterstützt haben und meinen Ärzten/Therapeuten.

Danke, ihr seid alle großartig!Ihr habt in schwierigen Situationen tatkräftig geholfen, habt mich begleitet, Vordrucke ausgefüllt, im Garten geholfen, für mich telefoniert, mit mir geweint, mich in den Arm genommen oder habt einfach nur zugehört.

Ich kann gar nicht sagen womit ich euch verdient habe.

Ich kann nur immer wieder Danke sagen.

Danke, dass es euch gibt.

Ich hab euch lieb!

In diesem Sinne wünsche ich euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2018.

Passt auf euch auf.